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Mit Monika Dauterive, Talent Scout bei Runtastic, sprachen wir über Herausforderungen im IT-Recruiting, den Tech-Standort Linz und was es heißt, ein Great Place To Work® zu sein.

Wie sieht ein typischer Tag in Ihrer Position aus?

Ich bin nun schon seit zweieinhalb Jahren Talent Scout bei Runtastic. In dieser Position sind meine Aufgaben hauptsächlich die Arbeit mit Kandidat/inn/en und der Austausch mit den Hiring Managers. Das heißt, dass wir zunächst mit der Fachabteilung (in unserem Fall den Team Leads), das genaue Anforderungsprofil definieren: Wer wird gesucht? Was soll die Person mitbringen? Und mit wem wird die Person zusammenarbeiten? Wir stecken bewusst viel Arbeit in den engen Austausch mit den Personalverantwortlichen in der Entwicklungsabteilung, sitzen mit den Teams beisammen, quatschen beim Lunch mit Mitgliedern oder gehen Kaffee trinken, bis wir wirklich ein genaues Verständnis davon haben, wer gerade gesucht wird.

Dann geht’s an die Suche. Dazu gehört natürlich das Finden der richtigen Kanäle, das Posting eines Jobs, zum Teil auch Sourcing und natürlich Branding. Und schließlich betreuen wir die Kandidat/inn/en durch den gesamten Bewerbungsprozess: von der Bewerbung bis zur Einstellung sind wir Ansprechpersonen für potenzielle neue Kolleg/inn/en. Am Tag führt jede von uns Talent Scouts durchschnittlich 2–3 Interviews mit Entwicklerinnen und Entwicklern.

MonikaDauterive.jpgMonika Dauterive, seit 2015 Talent Scout bei Runtastic GmbH in Linz. 

Welche sind die besonderen Herausforderungen für Ihr Unternehmen?

Ganz klar der Standort oder besser gesagt, dass wir auf einem globalen Markt um Talente ringen. Wir konkurrieren im Grunde mit Google oder Facebook. Wenn sich eine/n potenzielle/r Kandidat/in zwischen Dublin, Amsterdam, Silicon Valley oder Linz entscheiden kann, dann ist Linz auf den ersten Blick eher mittelmäßig attraktiv. Wir versuchen hier bewusst anzusetzen und Österreich als lebenswertes Land zu bewerben. Gerade für ein internationales Publikum sind die hohe Lebensqualität durch Sauberkeit, Sicherheit und ein starkes Sozialsystem sehr interessant. Aber leider etwas, das erst auf den zweiten Blick attraktiv wirkt.

Was ist Ihre Strategie im IT-Recruiting?

Unser Challenge ist, denke ich wirklich, dass wir sehr auf unseren Teamfit bedacht sind. Zwar sagt das jede Firma, dass sie gerne “Teamplayer” einstellen möchten, aber wir screenen alle Kandidat/inn/en sehr genau darauf. Deshalb fallen bei uns viele Leute nach dem ersten Interview aus dem Prozess, obwohl sie zwar genial sind und alle notwendigen Skills haben; aber wenn sie nicht gerne mit anderen zusammenarbeiten, passen sie leider nicht zu uns.

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Für Entwickler/innen-Rockstars mit großem Ego, die nicht gemeinsam für das große Ganze arbeiten möchten, ist bei uns kein Platz – unsere familiäre Firmenkultur ist uns zu wichtig, als dass wir hier Kompromisse eingehen möchten. Auch wenn das hart ist und zu einer sehr niedrigen Einstellungsquote von nur 2-3% führt, gibt uns der Erfolg recht – das sehen wir vor allem an der hohen Retention Rate bei unseren Mitarbeiter/inne/n.

“Der Teamfit ist ebenso wichtig, wie das Skillset.” Monika Dauterive, Talent Scout, Runtastic  [Interview auf Twitter teilen

Was sind die Stärken Ihres Unternehmens (als IT-Arbeitgeber) und im Recruiting-Prozess?

Was sich für uns in Hinsicht auf Employer Branding bewährt hat, war zunächst einmal die interne Firmenkultur im Kern zu verstehen und uns dann authentisch als tollen Arbeitgeber zu positionieren. Denn nur das zieht am Ende des Tages wirklich Talente an – und hält sie auch im Unternehmen. Bei uns passierte die Entwicklung der aktuellen Employer Brand im Rahmen des Audits für die “Great Place To Work®”-Auszeichnung, das uns ein sehr detailliertes Verständnis davon gegeben hat, was den Teammitgliedern besonders wichtig ist. Dabei haben sich zwei Kernwerte herauskristallisiert. Zum einen ist es der tolle Zusammenhalt im Team, den viele so schätzen, weil sie sich in unserem familiären Umfeld so gut aufgehoben fühlen. Zum anderen ist unsere gemeinsame Mission, das Leben der Menschen gesünder und besser zu machen, ein wichtiger Grund, warum Leute hier gerne arbeiten. Aus diesen beiden Werten entstand dann der Claim für unsere Arbeitgebermarke: Welcome home. Let's change the world.

“Wenn man Entwickler/innen statt ins Silicon Valley nach Linz lockt, weiß man, dass man als IT-Arbeitgeber wohl etwas richtig gemacht hat.” Monika Dauterive Talent Scout, Runtastic  [Interview auf Twitter teilen

Beim IT-Recruiting kommt es für uns besonders auf den Kanal an. Neben Stack Overflow sind wir hier beispielsweise in Fachnewslettern vertreten, also z.B. Ruby Weekly oder Android Weekly. iOS, Android und Ruby Developer/innen sind neben JavaScript und Ember unsere Hauptzielgruppen, die wir als Unternehmen erreichen müssen.

Eine neue Initiative ist auch der Runtastic Tech-Blog, also technischer Content, mit dem wir Entwickler/innen erreichen wollen. Den möchten wir definitiv weiter ausbauen. Coding-Challenges sind ebenfalls ein guter Weg für uns. Im kleinen Rahmen haben wir bei uns über ein Event namens “Meet and Code” auch schon einige Studierende eingestellt, die jetzt fixe Mitarbeiter sind. Ein deutlich größerer Event war der “Mobile Coding Contest”, den wir dieses Jahr zum ersten Mal veranstaltet haben.

“Wir haben über 120 Millionen registrierte Nutzer, über 240 Millionen App-Downloads. Das begeistert unsere Entwickler/innen, denn sie wissen, sie arbeiten an einem Produkt, das Leute auch wirklich nutzen.” Monika Dauterive Talent Scout, Runtastic  [Interview auf Twitter teilen

Worauf wir im Entwicklungsprozess sehr stolz sind, ist unser enger Kontakt zu den großen Playern wie Google, Apple, Facebook. Hier sind wir zum Teil auch im Early-Access-Programm. Unser Team arbeitet mit diesen Firmen so eng zusammen, dass wir teilweise im Kellerstübchen unter Verschluss Features vorher testen dürfen. Darüber hinaus tun wir viel, um technologisch vorne mit dabei zu sein, in dem wir etwa mit den Entwicklerteams zu Konferenzen wie der Google I/O oder der WWDC fahren.

Welche Veränderungen in der Vergangenheit haben Sie erfolgreicher gemacht?

Als Talent Scout genießen wir großes Vertrauen vonseiten der Hiring Manager. Dies zeigt zum Beispiel die Tatsache, dass wir passende Kandidat/inn/en selbständig vorauswählen. Wir Talent Scouts führen die Vorab-Interviews und übersenden die Coding Challenge. Erst dann bekommen Team Leads die Kandidat/inn/en zu Gesicht. Umgekehrt setzen wir bereits bei der Definition der Profile an und besprechen bzw. hinterfragen die Anforderungen der Hiring Manager sehr genau. Ein Beispiel: Wenn ein Hiring Manager mehrere Jahre Erfahrung in Swift und Objective-C voraussetzt, muss er/sie sich bewusst sein, dass ich als Talent Scout wirklich nur Kandidat/inn/en berücksichtige, die auch beides mitbringen. Auch die Frage nach dem relevanten Senioritätslevel stellt sich oft: Müssen es wirklich 3 Jahre Berufserfahrung sein? Genau so etwas klären wir durch Nachfragen im Vorfeld erst ganz genau.

Wir sind sehr stolz darauf ein so internationaler Arbeitgeber zu sein; wir hängen bei uns die Flaggen aller Länder, die bei uns vertreten sind, im Office auf. Derzeit sind wir bei 37 und freuen uns immer, wenn ein neues Land dazu kommt. Ich glaube, dass wir hier auch gute Arbeit darin leisten, dass Englisch nicht nur als die Sprache in Meetings, sondern auch als die offizielle Unternehmenssprache immer wieder bestärkt wird.

Was die Candidate Experience angeht, rühmen wir uns damit, dass wir wirklich allen Kandidat/inn/en ausführliches Feedback geben, unabhängig davon, wie weit sie im Prozess kommen. Das ist sicher nicht überall üblich und zeitaufwändig, weil wir schließlich sehr viele Bewerbungen erhalten. Auch wenn das zu negativen Reaktionen führen kann, glauben wir, dass die Kandidat/inn/en von einer ehrlichen Rückmeldung profitieren und sich gegebenenfalls auch wieder bewerben.
Runtastic_strongertogether.jpg

runtastic_logo_blue_rgb.pngRuntastic ist eine der erfolgreichsten Fitness- und Gesundheits-Apps der Welt. Das Unternehmen mit Sitz in Pasching bei Linz/Österreich ist vor allem für seine Lauf- & Fitness-App bekannt, bietet aber mittlerweile ein buntes Portfolio an Apps und Online-Services an. Im August 2015 ging das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit adidas ein. Das junge Team hat es sich zum Ziel
gesetzt, dass jede/r mit Runtastic bewusster und aktiver und dadurch länger und zufriedener lebt. Die Idee zur App entstand 2009 während eines Studienprojekts, aus dem die vier Gründer Florian Gschwandtner, Alfred Luger, Christian Kaar und René Giretzlehner die Lauf-App für Hobbyläufer/innen entwickelten. Nach und nach entstand ein komplettes Portfolio, mit dem das Unternehmen seinen User/inne/n Tag und Nacht zur Seite stehen will, um sie auf dem Weg zu einem besseren, gesünderen und bewussteren Leben zu begleiten und zu unterstützen.

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