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Entwickler haben einen siebenten Sinn dafür, ob ein Recruiter nur an einem Treffen interessiert ist, wenn er gerade dringend für eine Position sucht. Stattdessen sollte das Gespräch offen und informell aufgenommen werden.

Der Entwickler und seine Karriere stehen im Mittelpunkt, nicht die Bedürfnisse des Unternehmens. Wer das beherzigt, kann als externer oder interner Recruiter erfolgreich zu den Unternehmenszielen beitragen. Denn die gesunde Beziehung zwischen Recruitern und Entwicklern ist vielerorts noch ausbaufähig. Der wichtige Unterschied im IT-Recruiting ist, dass erfolgreiche Unternehmen die Mehrheit ihrer Zeit damit verbringen, mit Entwicklern zu sprechen, die derzeit gar nicht zwingend auf Jobsuche sind. Gute Netzwerker drehen diese Tatsache ins Positive: Jeder Entwickler möchte von Unternehmen erfahren, die in seinem Bereich arbeiten, seine Arbeitsweise respektieren und mit deren Philosophie er sich identifizieren kann. Wenn Sie also genügend Talente auf diese Art mit Ihrem Unternehmen vertraut machen, können Sie sicher sein, dass Sie auch jene Entwickler abpassen, die gerade latent wechselwillig sind.

Welche der folgenden „Trennungsgründe“ liefern Sie Kandidaten – vielleicht schon bevor ein gesunder Kontakt überhaupt erst entstehen kann?

TRENNUNGSGRUND 1: Sie wissen zu wenig über die Arbeit und die Projekte Ihres eigenen Teams.

Eine gut verfasste erste Recruiting-E-Mail (so wichtig sie auch ist, um überhaupt Kontakt zu einem Kandidaten aufzunehmen) birgt später die Gefahr, dass Sie im persönlichen Gespräch mit einem Kandidaten nicht weiter auf Augenhöhe weiter kommunizieren können. Vielleicht haben Sie mit Ihrer Recruiting-E-Mail imponiert. Doch dann sitzt Ihnen ein Kandidat gegenüber oder stellt am Telefon eine Nachfrage, die Sie nicht beantworten können. Es sollte keine Überraschung sein, dass er es etwas genauer wissen will. Wiederholen Sie nur die oberflächliche Beschreibung, die Sie sich zu diesem Zweck zurechtgelegt haben, reißt das Gespräch hier leicht ab. Fatal, denn schließlich war dieser Kandidat gerade dabei, sich vorzustellen, wie er in Ihr Team passen könnte. Gute Recruiter wissen, dass von ihnen keineswegs verlangt wird, dass sie das gleiche Fachverständnis haben wie ein Programmierer. Allerdings ist es für sie erfolgsentscheidend, zu wissen, an welchen Projekten gerade gearbeitet wird. Vor welchen Herausforderungen das Team steht und vor allem, was an der Arbeit für den Neuzugang besonders spannend sein wird. 

TRENNUNGSGRUND 2: Sie melden sich nur, wenn Sie akut diesen Entwicklertyp suchen

Natürlich ist es für keinen der Beteiligten eine Überraschung, dass am Ende des Tages Recruiter den guten Kontakt zu Entwicklern pflegen, um den Personalbedarf zu decken. Doch wie man dieses Netzwerk pflegt, entscheidet darüber, ob Entwickler auch ein Interesse an diesem Kontakt haben oder anfangen, Ihre Nachrichten zu ignorieren. Einmal als „nervend“ eingestuft besteht die Gefahr, dass Ihre Nachrichten auch dann ignoriert werden, wenn Sie einmal ein interessantes Angebot haben. Doch wie lässt sich dies vermeiden? Stellen Sie sicher, dass Sie mit Entwicklern eine nachhaltige Beziehung aufbauen. Das fängt zum Beispiel damit an, dass Sie verständnisvoll reagieren und Entwickler beglückwünschen, wenn sie sich für einen anderen Job entscheiden. Beweisen Sie aufrichtiges Interesse an einem Werdegang und knüpfen Sie sogar Freundschaften, die über die Jahre zu Ihrem Netzwerk werden. Damit solche Kontakte entstehen können, klopfen Sie eben auch mit dem Ziel an, einen Entwickler und seine Talente und Wünsche „auf dem Schirm“ zu haben, ohne ihn nur mit einem konkreten Jobangebot locken zu wollen.

TRENNUNGSGRUND 3: Sie bleiben stets im Interviewmodus gefangen.

Sicherlich passiert es leicht, dass man im Gespräch schnell auf die gezielten Nachfragen zurückfällt. Besonders wenn Sie schon eine Vielzahl an Entwicklergesprächen geführt haben, ist es vielleicht Routine. Die Gefahr ist hier jedoch, dass Sie Entwicklern damit nicht genügend Zeit geben, sich überhaupt für Ihr Unternehmen zu interessieren, bevor das Gespräch zum Test der Fachkenntnisse ausartet. Halten Sie es also ruhig allgemein oder als nettes Gespräch unter Kollegen, ohne dass es gleich um Fachkenntnisse geht. Zumal ohne Vorbereitung durch Ihr eigenes IT-Team kann Ihnen der Gesprächsstoff zu konkreten Themen generell zu schnell ausgehen. Sehen Sie sich in der Rolle eines Interviewers, der am Ende eine Story über diesen Entwickler mitnehmen möchte. Was sind seine Ziele, was interessiert ihn ganz besonders, welche bisherigen Erfahrungen im Berufsalltag haben ihn geprägt? Ziel Ihres Gesprächs ist es, mit diesem Profil später die Entwicklungsleitung zu einem Kandidaten briefen zu können.

TRENNUNGSGRUND 4: Sie sind mehr Feind als Freund.

Vereinfacht gesprochen möchte ein Recruiter nur die nächste Stelle besetzen, ein Entwickler nur seine Ruhe. Das entspricht natürlich keineswegs der Realität, doch auch Klischees kommen nicht von ungefähr. Damit Entwicklerinnen und Entwickler Sie nicht als forsch oder gar lästig empfinden, muss Ihr Fokus immer auf dem jeweiligen Kandidaten liegen. Seiner oder ihrer individuellen Biografie, den ganz eigenen Wünschen und Zielen. Ihre offenen Stellen, die sicher stapelhoch auf Ihrem Tisch liegen, sollten dabei erst mal im Hintergrund bleiben. Auch sind Sie gewissermaßen der Führsprecher der Bedürfnisse des Entwicklers, nicht Ihres Unternehmens. Nur wenn ein Kandidat mit den Interessen übereinstimmt, geht es daran, diese Übereinstimmung zu betonen und behutsam das Unternehmen und offene Positionen vorzustellen. Ein Kandidat sollte nie das Gefühl haben, Ihnen „Fähigkeiten beweisen zu müssen“, sondern Sie interessieren sich dafür, ob seine Herangehensweise mit der Entwicklungskultur bei Ihnen zusammenpassen könnte. Ist das der Fall, so geht es im nächsten Schritt daran, ihn oder sie ggf. Fachkollegen vorzustellen, die zu einem interessanten Austausch führen könnten. Wichtig dabei ist: Ihr Unternehmen bewirbt sich beim Entwickler.

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Topics

Gute Candidate Experience, IT-Recruiting Tipps, Passive Kandidaten

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